Bosnien und Herzegowina

Ein, Maria, Königin des Friedens, geweihtes Heiligtum, zieht heute viele Pilger in dieses Land. Um seine Bedeutung zu erfassen, muss man den historischen Hintergrund dieser Region beleuchten.

Das Christentum tritt in der Region von Medjugorje während der Römerzeit in Erscheinung. Den zahlreichen Spuren urchristlicher Kirchen nach, war es dort ziemlich verbreitet. Im sechsten und siebten Jahrhundert, zur Zeit der Völkerwanderung, verschwindet das Christentum fast gänzlich. Die sich hier niederlassenden Kroaten, nehmen es sehr früh an. Ab dem siebten Jahrhundert erhalten sie die Taufe. Franziskaner treffen in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts ein. (1)

Türkischer Zeitabschnitt

1463 fällt Bosnien-Herzegowina unter türkische Herrschaft. Viele Kroaten finden in nachfolgenden Kriegen den Tod. Das Leben der Christen unter dieser türkischen Herrschaft ist systematische Islamisierung (sunnitisch), Verfolgung und Exil.

Im türkischen Feudalsystem durften Christen keine Liegenschaften besitzen. Katholiken wurden als „Staatsfeinde“ bezeichnet, weil sich ihr Oberhaupt in Rom befand und Rom der „Feind“ war. Sie mussten kümmerlich ihr Leben fristen indem sie sich um die Viehzucht und die Bearbeitung des Bodens ihrer türkischen oder eingesessenen, zum Islam übergetretenen, Herren kümmerten.

Während der türkischen Besetzung (1463-1878), waren die Franziskaner die einzigen Seelenhirten der katholischen Kroaten sowie ihre einzigen Repräsentanten und Wortführer bei den türkischen Machthabern in Bosnien-Herzegowina. Sie teilten in allem das harte Schicksal ihres Volkes und halfen den Kroaten, diese schwere Zeit zu überleben. (1)

Die zwei Weltkriege

Nach der Befreiung aus der Herrschaft der Ottomanen im Jahr 1878, regierte Österreich-Ungarn in diesen Regionen. 1914 beginnt, aufgrund der Ermordung des österreichischen Thronfolgers Franz-Ferdinand durch den Serben Gavilo Princip in Sarajevo, der erste Weltkrieg. Am Ende des Krieges wurde Bosnien-Herzegowina eine nichtautonome Provinz des neugeschaffenen Vereinigten Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen. (1)

Der Zweite Weltkrieg kostete vielen Menschen das Leben.

Der kommunistische Zeitabschnitt

Am 25. November 1943, wird Bosnien-Herzegowina eine Republik des kommunistischen Jugoslawien. Die franziskanischen Ordensbrüder werden von den Kommunisten ermordet. Allein in der Provinz von Herzegowina werden 70 von ihnen niedergemetzelt. Unter dem kommunistischen Regime war das Leben in der Pfarrei von Medjugorje sehr schwierig. Die Menschen wurden geschlagen und zu langen Gefängnisstrafen verurteilt nur weil sie katholisch und Kroaten waren. In den Schulen von Herzegowina, wie in denen anderer kroatischer Regionen, versuchte man den Kindern ihr nationales und religiöses Zugehörigkeitsgefühl zu nehmen. Doch auf Grund eines, sich im Volk immer noch befindlichen, starken Glaubens, haben es die Kommunisten nicht erreicht. (1)

Am 24. Juni 1981 begann das Phänomen Medjugorje: Eine dringende Einladung um für den Frieden und die Versöhnung zu beten. 

1991-1995: Zusammenbruch von Ex-Jugoslawien

Die kommunistische Diktatur brach 1990 zusammen. Die Unabhängigkeitserklärungen Kroatiens und Sloweniens und die darauffolgenden Kriege, haben Bosnien-Herzegowina in eine schwierige Lage gebracht. Die Bevölkerung ist geteilter Meinung: Soll Bosnien-Herzegowina in einer jugoslawischen Föderation bleiben, wie es die Mehrheit der Serben (32 % der Bevölkerung) will oder soll es versuchen seine Unabhängigkeit zu erlangen, was der grösste Teil der Bosnier und der Kroaten (64 % der Bevölkerung) wünscht? Das Referendum vom 29. Februar 1992 wird von einem Teil der bosnischen Serben boykottiert. Unter der bosnischen und kroatischen Bevölkerung, stimmen 99,4 % für die Unabhängigkeit. Die Europäische Union und die Vereinigten Staaten von Amerika anerkennen am 6. April 1992 die Unabhängigkeit Bosnien-Herzegowinas. Sein Beitritt zur Organisation der Vereinten Nationen findet am 22. Mai 1992 statt, gleichzeitig mit jenem von Kroatien und Slowenien.

Das war gegen die Idee von Gross-Serbien worauf die ex-kommunistische,  jugoslawische Armee, hauptsächlich aus Serben bestehend, am 25. Juni 1991, Slowenien, Kroatien sowie auch Bosnien-Herzegowina angriff. Es war ein grausamer Krieg. Die Militärs attackierten sehr oft die Zivilbevölkerung ihrer Gegner, vermieden es aber weitgehend, sich gegenseitig anzugreifen. Die Grossmächte hatten Serbien eine Art Aufsichtsrolle zugeteilt, was dazu führte, dass sie lange Zeit seine Handlungen tolerierten. (Blockade von Sarajevo, Massaker von Srebrenica im Juli 1995 …). Serbien, das bisher kein Bedauern gezeigt hat, wird von Bosnien-Herzegowina beim Internationalen Gerichtshof wegen Aggression und Genozid der bosnischen Bevölkerung angezeigt.

Der Krieg zwischen den Kroaten und der muslimischen Gemeinde von Bosnien-Herzegowina (1993) wurde auf Grund eines Missverständnisses und den Wünschen gewisser Geheimdienste ausgelöst, die den Serben ein grösstmögliches Territorium in Bosnien-Herzegowina verschaffen wollten, um sich dort festsetzen zu können. Die Kroaten wollten zuhause ihre eigenen Herren sein und eigene Schulen besitzen. Die moslemische Gemeinde, die zahlreichste in Bosnien-Herzegowina, wollte einen neuen Staat nach islamischem Recht gründen und sie den anderen aufzwingen. Um dies zu erreichen, wurden Mujaheddin aus allen Ecken der Erde eingebürgert. Sie haben schreckliche Verbrechen in Bosnien-Herzegowina verübt. Dieser unnötige Krieg wurde schnell beendet. Kroatien hat sich offiziell für seine Aggressionen und Kriegsverbrechen gegen das bosnische Volk entschuldigt. (1) 

 

Die Nachkriegszeit

Nach diesem Konflikt wurde Bosnien-Herzegowina ein Staat mit zwei Entitäten: die bosniakisch-kroatische Föderation und die serbische Republik von Bosnien, die beiden Entitäten haben keine Staatsbefugnisse, sie sind lediglich Entitäten des bosnisch- herzegowinischen Staates. Zahlreiche bosnische Serben sind für eine Trennung der serbischen Republik von Bosnien. 

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(1)   Quelle: http://medjugorje.hr.nt4ims.hr/Main.aspx?mv=4&qp=MToxOj